Die Nominierten 2017

Die Jury hat sich entschieden! Die Nominierten 2017 sind:

PD Dr. med. Steffi Dreha-Kulaczewski

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsklinik Göttingen

Steffi Dreha-Kulaczewski hat die Hirnwasserflussdynamik untersucht und eine bedeutende Entdeckung gemacht: Atmung treibt den Hirnwasserfluss an.

Bislang galt die Herzpulsation als der entscheidende Antrieb. Mit der neuartigen Methode der Echtzeit-MRT konnte das Team um Steffi Dreha-Kulaczewski jedoch die Einatmung als den eigentlich dominierenden Motor des Hirnwasserflusses im Menschen identifizieren. Überraschenderweise fließt hier unmittelbar beim Luftholen das Hirnwasser nach oben, also in den Kopf und in das Gehirn hinein. Gleichzeitig, und das konnten sie im knöchernen Wirbelsäulenkanal des Halses messen, gelangt mehr Blut durch die Venen aus dem Kopf und weiter zum Herzen. Dieses fein abgestimmte Zusammenspiel von Blutfluss und Hirnwasserdynamik wird durch Einatmung entscheidend angetrieben. Steffie Dreha-Kulaczewsi und Team vermuten, dass z. Bsp. eine Störung dieses Zwischenspiels einigen der Hydrozephalusformen zugrunde liegt und untersuchen z. Zt. entsprechende Patienten.

Ilona Schlegel

Geschäftsführerin der ASBH Selbsthilfe gGmbH

Seit 10 Jahren ist Ilona Schlegel als Geschäftsführerin der größten deutschsprachigen Selbsthilfegruppe für Menschen mit Spina Bifida und Hydrocephalus unermüdlich im Einsatz. Die Situation der Betroffenen hat sich in den letzten Jahren verändert. Heute geht es nicht mehr um den Kampf ums Überleben der betroffenen Kinder. Heute werden die Kinder erwachsen. Es geht um Aufklärung, um Inklusion, um den Umgang mit sichtbaren oder weniger sichtbaren Behinderungen in unserer Gesellschaft. Sie kämpft gemeinsam mit vielen anderen Unterstützern in dieser Organisation für Aufklärung, Hilfe zur Selbsthilfe, für mehr Lebensqualität und Akzeptanz im Umgang mit diesen Erkrankungen.

PD Dr. med. Johannes Lemcke

Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie am ukb, Berlin

Johannes Lemcke hat (als Erstautor) mit der SVASONA-Studie eine innovative, hoch-qualitative und inzwischen oft zitierte Arbeit vorgelegt, die ein wissenschaftlicher Meilenstein auf dem Weg zu mehr Lebensqualität für NPH-Patienten ist. 

Die randomisierte Multicenter-Studie beweist im Hinblick auf Überdrainagekomplikationen signifikant bessere Ergebnisse durch die Verwendung von Gravitationsventilen bei NPH-Patienten. Diese Erkenntnis kann vielen NPH-Patienten den Alltag leichter machen und erlaubt ihnen, ihr Leben - nicht die Erkrankung - stärker in den Vordergrund zu stellen.